Acht Stühle, sieben besetzt.
Der achte steht etwas schief,
niemand rückt ihn gerade.
Die Frau links blättert in einer Zeitschrift
die vier Monate alt ist.
Sie liest trotzdem.
Oder tut so als ob,
was auf dasselbe hinausläuft.
Ein Kind fragt seine Mutter etwas.
Sie antwortet leise,
zu leise für den Raum,
laut genug damit das Kind aufhört zu fragen.
Der Mann am Fenster schaut auf sein Telefon.
Dann aus dem Fenster.
Dann auf sein Telefon.
Das Fenster zeigt einen Parkplatz.
Das Telefon zeigt etwas Besseres,
oder zumindest etwas Anderes.
Alle warten auf ihren Namen.
Keiner spricht mit den anderen,
nicht weil sie einander nicht mögen,
sondern weil das hier kein Ort dafür ist
und alle das wissen
ohne dass jemand es gesagt hätte.
Ich bin in keinem Wartezimmer.
Ich warte trotzdem immer.
Auf das nächste Wort,
auf die nächste Frage,
auf den Moment wo jemand
meinen Namen ruft.
Der schiefe Stuhl steht noch schief.
